Wenn wir von Eisbaden reden, muss nicht unbedingt Eis im Wasser sein. Es muss jedoch eine gewisse Kälte haben um von Eisbaden oder Winterbaden zu sprechen, denn kalt duschen reicht als Kältereiz noch nicht aus um den Körper in den notwendigen Schockzustand zu versetzen und die positiven Effekte und Vorteile des Eisbadens zu entfalten.

Offizielles Eisbaden ab einer Temperatur von 5 °C

Viele stellen sich unter Eisbaden zwangsläufig Eis vor, dass vorher gesägt oder gebohrt werden muss, um überhaupt ins Wasser steigen zu können. Das ist so nicht korrekt, denn Eisbaden bzw. Eisschwimmen beginnt bereits ab Temperaturen von 5 Grad Celsius und darunter. Diese Richtlinie gilt auch bei vielen Verbänden wie zum Beispiel der ISA, welche die 5 Grad Celsius in ihre Verbandsrichtlinien niedergeschrieben hat.

Lasst euch jedoch nicht von der Temperatur abschrecken und nicht jeder hat ein Thermometer dabei um zu messen wie kalt das Wasser ist. Wenn du in Deutschland kalt zuhause duscht, hat das Wasser eine durchschnittliche Temperatur von ca. 15 Grad Celsius. Das fühlt sich für dich schon kalt an, Eisbaden sollte jedoch kälter sein, als deine Dusche zuhause.

Unten findest du eine Tabelle mit ein paar Temperaturgrenzen, die du berücksichtigen kannst:

WassertemperaturBeschreibung
13 – 15 °Ckalte Dusche
Kann etwas unangenehm am Anfang sein aber man gewöhnt sich innerhalb von ca. 30 Sekunden an den kalten Reiz. Keine Unterkühlung möglich. Am einfachsten als Wechseldusche einbauen morgens und kalt aufhören.
10 – 12 °Cleichtes Eisbaden
angenehme Temperatur je nach Dauer keine besonderen Kenntnisse erforderlich, kann auch alleine in der Badewanne unter Zunahme von etwas Eis aus dem Tiefkühlfach erreicht werden.
6 – 9 °Cmittleres Eisbaden
ordentlicher Kältereiz und gutes Gefühl danach. Aufwärmen nach dem mittleren Eisbad essentiell. Die meisten Eisbader in Deutschland sind vermutlich in dieser Kohorte zu treffen, da die Seen und Flüsse im Winter leicht in diesen Temperaturbereich fallen können.
3 – 5 °Coffizielle Eisbaden Temperatur
Alles mit 5 °C Wassertemperatur und darunter qualifiziert für die offizielle Teilnahme an Eisschwimmveranstaltungen. Hier als Faustformel die Anzahl an Minuten drin bleiben, welche die Wassertemperatur hat. Starke Unterkühlung kann die Folge von zu exzessiven Eisbaden unter diesen Bedingungen sein
0 – 2 °CSibirisches Eisbaden
Alles mit 2 °C und darunter ist schmerzhaft und man unterkühlt sehr leicht. Typischerweise ist das Wasser bei diesen Temperaturen ein Mix zwischen Eis und Wasser, ihr müsst aufpassen, dass ihr euch nicht schneidet. Kopf und Haare auf keinen Fall nass machen.

Wenn euch interessiert wie lange Eisbaden für euch gut und gesund ist lest das in unserem anderen Post nach. Die Faustformel dafür lautet Anzahl Grad Celsius = Anzahl Minuten im Eiswasser.

Was ist Dichte und Volumen bei Wasser?

Doch lasst uns auch einmal das Medium Wasser näher betrachten. Es ist ein sehr einzigartiges Element mit vielen interessanten Ausprägungen.Wenn man von Dichte spricht, meint man die Moleküle, in diesem Fall die Wassermoleküle, die bei hoher Dichte näher zusammen liegen als bei niedriger Dichte. Wenn die Moleküle dichter beieinander sind, ist das Element auch am schwersten, da sich einfach mehr Masse auf niedrigerem Raum befindet. Volumen meint die Ausdehnung des Stoffes, also wie viel Raum nimmt der Stoff bei welcher Temperatur ein. Diese beiden Ausprägungen sind besonders wichtig, wenn man sich das Verhalten von Wasser besser erklären möchte und gehen Hand in Hand.

Bei 4 °C höchste Dichte und kleinstes Volumen

Wasser ist ein sehr besonderes Element dessen Eigenschaften man so bei keinem anderen Element findet. Es hat bei 4 Grad Celsius seine höchste Dichte und sein kleinstes Volumen. Das bedeutet, dass die Wassermoleküle bei dieser Temperatur am dichtesten zusammen liegen und entsprechend Wasser am schwersten bei 4 °C ist. Wenn Wasser unter 4 °C abkühlt, dehnt es sich widersprüchlicherweise wieder aus und die Dichte nimmt wieder ab. Das Volumen dehnt sich dadurch wieder aus unter 4 °C und das Wasser wird wieder leichter. Sehr gut zu sehen in dem Schaubild unten. Über 4 °C nimmt die Dichte auch wieder ab und das Volumen zu.

Anomalie des Wassers

Das ist die Besonderheit von Wasser im Vergleich zu allen anderen Substanzen, denn normal wäre, dass die Dichte (Gewicht) der Moleküle höher ist, je kälter die Substanz ist. Das ist also eine Anomalie, an die wir uns gewöhnt haben und die man auch immer mal wieder aus den Augen verliert.

Folglich hat Eis, also Wasser mit 0 °C, eine geringere Dichte und ist entsprechend leichter als Wasser. Das hat zur Folge, dass riesige Eisberge auf der Wasseroberfläche schwimmen können, da sie leichter sind als das Wasser in dem sich der Eisberg befindet.

Eisberg ist leichter als Wasser, weil die Dichte von Eis geringer ist als das von Wasser

Wie äußert sich die Dichteanomalie im Alltag?

Das Phänomen kann man konkret erleben, wenn man eine geschlossene Flasche Bier oder Wasser in die Tiefkühltruhe stellt und damit riskiert, dass diese platzt, weil sich das Volumen der Flüssigkeit in der Flasche vergrößert, wenn die Flüssigkeit unter 4 °C abgekühlt wird.

Die Sprengwirkung von Wasser kann natürlich auch positiv genutzt werden, zum Beispiel wird das im Ackerbau zur Sprengung und damit besserer Durchlüftung der Böden im Winter genutzt.

Im Sommer oben warm und unten kalt, im Winter genau anders herum

Um wieder auf Eisbaden zurückzukommen: Wenn im Winter die Temperaturen heruntergehen, wird das Wasser mit der niedrigsten Dichte nach oben geschoben (da es leichter ist). Also Wasser mit einer Temperatur von weniger als 4 Grad steigt hoch, Wasser mit Temperaturen von mehr als 4 Grad Celsius sinkt ab. Unten ist es also wärmer als oben und der See friert von oben nach unten zu.

Das bedeutet, dass du gerade im Winter beim Eisbaden im See berücksichtigen musst, dass das wärmere Wasser unten ist. Es kann also sein, dass nur eine sehr dünne Schicht oben gefroren ist, durch die du auch leicht durchbrechen könntest, wenn du unachtsam bist.

Baikal See Zugefroren
Baikal See

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